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Sardinien, das kleine Kontinent


 Mit rund 1.600.000 Einwohnern ist Sardinien nach Sizilien die flächenmäßig zweitgrößte Insel Italiens. 

Das höchste Gebirgsmassiv ist der Gennargentu mit 1834 Metern, der im Landesinnern beginnt und sich bis zur Ostküste hinzieht, wo die steinige Landschaft mit Granitfelsen übersäht ist. Sonderbare Formen hat die Erosion des Windes in der Gallura hervorgebracht, wo sich der Monte Limbara befindet – die Heimat der Korkeichen und der Costa Smeralda.

Sardinien genießt aufgrund seiner Position im Zentrum des Mittelmeers im Allgemeinen ein schönes, gemäßigtes Klima, dank dessen die Insel zehn Monate im Jahr für den Tourismus genutzt werden kann.

Neben der Schönheit der sehr abwechslungsreichen, faszinierenden Landschaft ist Sardinien für seine charakteristischen, bunten Feste und Veranstaltungen bekannt, für seine Küche, die in der Welt einzigartige Nuraghenzivilisation sowie das Handwerk, die Strände und das in der ganzen Welt berühmte Meer.


Die Küsten Sardiniens zeigen sich abwechselnd sandig und steinig, in einer überraschenden Vielfalt und mit Formationen roten Porphyrgesteins wie in Arbatax und am Capo Caccia bei Alghero.
Die Insel wird von recht langen Flüssen wie dem Tirso, Flumendosa und Coghinas durchquert, die alle gestaut werden, um künstliche Seen wie z.B. den Omodeo-See zu bilden. Eines der charakteristischen Merkmale Sardiniens sind jedoch die Teiche, die von vielen Fischarten und vom Aussterben bedrohten Tieren bewohnt werden.

Von großer speläologischer und touristischer Bedeutung sind die Grotten von Alghero, Cala Gonone, Fluminimaggiore, Santadi und Ulassai.

 

Sardinien wird als ein Museum unter freiem Himmel bezeichnet, unter anderem auch, weil es praktisch das Land aller Völker war.
Zuallererst die Phönizier, man denke nur an Cagliari, Nora, Santa Giusta, Olbia, Bithia, Sant’Antioco, Tharros und Cornus. Ihnen folgten die Römer (238 v. Chr.).

Die aus der Bronzezeit stammende Nuraghenzivilisation hat Sardinien ein außergewöhnliches Erbe archäologischer Fundstücke hinterlassen, wie z.B. die in diversen Museen ausgestellten Bronzefiguren sowie über 7000 Nuraghen, monumentale Bauwerke der Protosarden.


Die Römer hinterließen als Zeugnis ihrer Konstruktionsfähigkeiten imposante Bauwerke wie Tempel, Brücken, Straßen, Aquädukte und Amphitheater. Man sagt, die heutige Staatsstraße und Hauptverkehrsachse s.s. 131, die Cagliari mit Sassari verbindet, sei teilweise auf diesen Werken der Römer errichtet worden.


Nach dem Zusammenbruch des Römischen Reiches und der Besetzung durch die Vandalen (534 n. Chr.) wurde Sardinien bis zum Jahr 1000 von den Byzantinern besiedelt. Von da an erlebte die Insel eine Zeit der Blüte; es begann die Epoche der 4 Judikate (Arborea, Cagliari, Torres und Gallura). Damals wurde das bedeutendste Gesetzbuch, die „Carta de Logu“, erlassen, die bis zum 18. Jh. in Kraft blieb.

 

Aus dieser Zeit (1000 - 1300) sind unzählige Kirchen in romanisch-pisanischem Stil erhalten: z.B. Sant’Antioco di Bisarcio in Ozieri, San Gavino in Porto Torres, San Simplicio in Olbia, Santissima Trinità in Saccargia, San Nicola in Ottana, Santa Giusta im gleichnamigen Dorf und San Saturnino in Cagliari.
Auf die gleiche Zeit gehen jedoch auch Türme, Burgen, Bastionen, Palazzi sowie die spanischen Türme der darauf folgenden Epoche zurück.


Im 13. Jh. machte das Papsttum seinen Anspruch auf die Herrschaft über die Insel geltend, auch wenn es nie zu einer tatsächlichen Besetzung kam. Im 1300 versuchten die Könige von Aragonien, die verschiedenen Judikate in Besitz zu nehmen, aber das Judikat Arborea leistete rebellisch Widerstand, so dass es ihnen erst um 1400 gelang, die gesamte Region zu beherrschen.

Die Kunst blühte unterdessen weiter, jedoch mit verändertem Erscheinungsbild. Der vorherrschende Stil war gotisch-aragonisch und sichtbare Zeichen finden sich in den Kirchen in Alghero, Cagliari und Oristano.

Später wurde die Insel von den Spaniern, Österreichern und schließlich 1720 von den piemontesischen Savoyern dominiert, die bis zur Vereinigung des Königreichs Italiens an der Macht blieben.


Trotzdem diese letzte Zeit der Verbesserung der Lage Sardiniens nützlich war, begann erst im Jahr 1948, mit der Bildung der Autonomen Region Sardiniens, die Zeit des Aufschwungs für die Insel.

 

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Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 24. Dezember 2011 um 00:34 Uhr
 


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